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Bad Säckingen

Ortsteil "Bad Säckingen"

Die Stadt Bad Säckingen zählt heute knapp 17 000 Einwohner. Zu ihr gehören die früher selbständigen Gemeinden Obersäckingen, Harpolingen, Rippolingen und Wallbach. Das Prädikat „Bad“ bekam Säckingen im Jahr 1978 verliehen, nachdem das moderne Kurzentrum errichtet wurde. Zugleich vollzog sich der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsstadt. Weltweit operierende Industriebetriebe gibt es auch heute noch. Aber im Vordergrund stehen Dienstleistungen, vor allem im Bereich des Gesundheitswesens.

Modern ausgestattet sind die überregionalen Fachkliniken: RehaKlinikum, Hochrhein-Eggberg-Klinik (Spezialklinik für Gefäßerkrankungen, Lymphologie und Diabetologie) sowie St. Marienhaus (Klinik für physikalische Therapie).

Wer als Gast nach Bad Säckingen kommt, und keine Kur benötigt, kann in der Umgebung wandern, radeln oder Ausflüge machen. Einen angenehmen Radweg gibt es entlang des Rheins. Der benachbarte Hotzenwald und der Hochschwarzwald verfügen über herrliche Wanderwege. Und wenn die Fernsicht klar ist, kann der Wanderer die Alpengletscher des Berner Oberlandes erblicken. Für eine Kurzwanderung ist der Bergsee gut geeignet.
Faszinierende Ausflugsziele sind von Bad Säckingen in Tagesfahrten bequem erreichbar:
der Schwarzwald, der Bodensee, die gesamte Schweiz und sogar Mailand, das Elsass oder das Markgräflerland. Für wenig anstrengende Spaziergänge empfehlen sich die Gassen der Altstadt, der Rheinuferweg, der Schlosspark oder das Kurgebiet.

Auffallend viele Jugendliche sieht man in der Stadt. Das kommt daher, dass Bad Säckingen ein zentraler Schulort für das Umland ist. Neben den weiterführenden allgemeinbildenden Schulen (Realschule, Scheffelgymnasium) gibt es hier noch Kaufmännische und Hauswirtschaftliche Schulen sowie eine Gewerbeschule. Für die medizinischen Berufe bilden aus: die Physiotherapieschule und Massageschule. Das vielfältige Bildungsangebot ergänzen die Volkshochschule und die Jugendmusikschule.

Gemessen an der Einwohnerzahl ist das Kulturangebot imposant. Für Musik- und Theaterfreunde stehen der Kursaal, Gloria – Thater, im Saal des Trompeterschlosses sowie der Schlosspark zur Verfügung. Ausstellungen kann man in der Villa Berberich, im Schlossparkpavillon und im Haus Fischerzunft besuchen. Lesestoff besorgt man sich in der Stadtbücherei und in der Katholischen Öffentlichen Bücherei.

Wer ins Museum gerne geht, braucht in Bad Säckingen mehr als einen Tag. Das Trompeterschloss (Schloss Schönau) beherbergt zwei Museen. Im Hochrheinmuseum sind die Archäologie der Region, Kunst, bürgerliche Kultur, eine Bauernstube und Schwarzwalduhren zu sehen. Das Trompetenmuseum präsentiert etwa einhundert Instrumente aus vier Jahrhunderten sowie eine begleitende Dokumentation.

Die Schatzkammer des St. Fridolinsmünsters stellt Reliquien, Kultgegenstände und christliche Kunst aus dem 1806 aufgelösten Frauenstift Säckingen aus. In der Villa Berberich gibt es nicht nur Ausstellungen, sondern auch ein Mineralienmuseum mit etwa 1 000 Exponaten aus aller Welt, wobei die Fundstücke aus der Region Südbaden – Fricktal dominieren. Aus dem, was man auf einer Müllhalde gefunden hatte, entstand das Müllmuseum in Bad Säckingen – Wallbach. Es dokumentiert das Alltagsleben der letzten siebzig Jahre. Zu sehen sind hier unter andrem: Radioapparate, Kaffeemaschinen, Geschirr und Spielzeuge.
In der geschichtsbewussten Stadt Bad Säckingen werden natürlich Traditionen gepflegt, die eine überregionale Bedeutung erlangt haben. Im Vordergrund steht der Kult des
hl. Fridolin. Der Heilige wird geehrt als Missionar des 7. Jahrhunderts (Christianisierung der Alemannen) sowie als Stadtpatron. Er gilt als Gründer von Stift und Stadt Säckingen. Zu seinen Ehren findet jedes Jahr die Fridolinsfeier statt. Sie erstreckt sich über zwei Tage: am eigentlichen Fridolinstag (Todestag des Heiligen), dem 6. März, findet ein Gottesdienst statt. Am darauffolgenden Sonntag (Fridolinsfest) wird ein Festgottesdienst abgehalten. Anschließend zieht die Fridolinsprozession durch die Innenstadt.

Bad Säckingen wird auch Trompeterstadt genannt, weil hier die Scheffel- und Trompetertradition so allgegenwärtig ist. Zahlreiche Gebäude, Vereine, Institutionen und Straßennamen erinnern an den Dichter und seine unvergesslichen Verse. Joseph Victor von Scheffels (1826-1886) „Der Trompeter von Säckingen. Ein Sang vom Oberrhein“ gehörte vor hundert Jahren zu den meistgelesen Büchern in Deutschland. Auch im Ausland war der aus Karlsruhe stammende Dichter kein Unbekannter. Das Versepos „Trompeter von Säckingen“ ist in beinahe allen europäischen Ländern erschienen. Bis zum Jahr 1914 erreichte es 300 Auflagen. Sehr populär war auch die gleichnamige Oper des elsässischen Komponisten Victor Ernst Nessler (1841-1890).

Was noch die Bad Säckinger Geschichte und Gegenwart auf besondere Weise prägt, ist die Schweizer Nachbarschaft. Die Grenze entlag des Rheins besteht erst seit 200 Jahren. Sie war, ausgenommen die Kriegsjahre 1914-1918 und 1939-1945, sehr durchlässig. Davon hat Bad Säckingen immer profitiert und profitiert auch heute noch. Dank der Grenzlage entwickelte sich die Stadt nach 1871 zu einem bedeutenden Industriestandort. Der Grund: Die Schweizer Unternehmer haben in den rechtsrheinischen Grenzgemeinde Filialen errichtet, um den deutschen Absatzmarkt zu sichern. Damals haben Pendler aus der Schweiz in den Säckinger Betrieben gearbeitet. Heute wird der Arbeitsmarkt in der Region Bad Säckingen deshalb entlastet, weil viele Deutsche eine Beschäftigung in den Industriezentren der Nordwestschweiz finden können. Außerdem profitieren die Bad Säckinger Handels- und Dienstleistungsbetriebe von Schweizer Kundschaft. Mit der Schweizer Gemeinde Stein verbinden Bad Säckingen zwei Rheinbrücken. Die historische, die längste gedeckte Holzbrücke Europas, ist über vierhundert Jahre alt. Sie dient nur für Fußgänger und Radfahrer. Über die 1979 errichtete Fridolinsbrücke dürfen Autos fahren. Es lohnt sich auf die Schweizer Seite zugehen, um von dort aus den Blick auf Säckingen zu genießen.

Und dass die Bad Säckinger selber das Leben genießen, zeigen dei zahlreichen Feste. Besonders zu empfehlen ist die drei Wochen lang dauernde Fasnacht, die sich im Januar beziehungsweise Februar stattfindet. Und im Juni oder Juli findet in der Altstadt das dreitägige Brückenfest statt.

Peter Ch. Müller, Stadtarchiv

Obersäckingen

Obersäckingen liegt östlich von Bad Säckingen 290 m ü. d. M. direkt angrenzend zum eigentlichen Ortskern. Obersäckingen wurde 1935 als erster der Ortsteile eingemeindet, zählt heute jedoch zur Kernstadt.

Der ehemalige Stadtteil Obersäckingen darf sich zu den sehr alten Ortsgründungen im Hochrheintal zählen. Er überragt das einseitige ,,niedere“ Säckingen (spätere Stadt) vermutlich um einige Jahrhunderte der Siedlungsgeschichte. Das günstige Areal in der Rheinebene zwischen Hotzenwald und Flussverlauf bot als sogenanntes Altsiedlerland schon stein- und bronzezeitlichen Menschen Existenz und Schutz. Auch die von Norden nachrückenden alemmanischen Stamme setzen sich in den schon urbar gemachten Landstrichen fest und erweiterten nach und nach ihre Siedlungsgebiete auf die Hänge des Hotzenwaldes. In späterer Zeit gestatten fassbare Organisationsformen und rechtliche Verständnisse eine Deutung möglicher frühzeitlicher Entwicklung.

Auffallend ist der große Umfang der Pfarrsprengels Obersäckingen, zu dem außer den Dörfern Rippolingen und Harpolingen auch Egg und die Höfe im ,,niederen“ Säckingen (gegenüber der Rheintalinsel) gehörten. Als zur Zeit der jungen Stadtentwicklung die Bewohner Säckingen seine eigene Kirche erhielten, wurde das neue Gotteshaus der Pfarrkirche Obersäckingen unterstellt (Filialkirche). Beide Faktoren verweisen sehr deutlich auf den einstigen Stellenwert des Dorfes vor und nach der Zeit des Wirkens des hl. Fridolin. Es erscheint naheliegend, dass gerade hier eine Eigenkirchengründung des Klosters erfolgte. Schriftlich fixiert ist der Bau eines neuen Gotteshauses und seine Weihe durch Bischof Ulrich II. von Konstanz. Diesem romanischen Bauwerk mag an derselben Stelle die erste Pfarrkirche Obersäckingens vorangegangen sein, deren Patronsrechte beim Kloster Säckingen lagen. Auch die Grundherrschaft über das Dorf, wohl ein früheres Schenkungsgut der französischen Könige, wurde von Frauenstift wahr genommen. Die für Personen des geistlichen Standes nicht gestattete Ausübung der hohen und niederen Gerichtsbarkeit übernahmen für das Stift die Grafen von Habsburg. Im 14. Jahrhundert besaßen sie in Obersäckingen einen Meierhof. Später gelang es dem hause Schönau-Wehr, vermutlich als Lehensempfänger der Herrschaft Habsburg, sich zum Herrn über dem Dorf aufzuschwingen. Entsprechend dem Erbgang innerhalb der Familie verblieb Obersäckingen bis1628 in Händen der Herrschaft Schönau-Wehr und fiel dann an die Linie Schönau-Oeschgen, die in Lehensdiensten des Klosters Säckingen stand und in der Stadt (Schloss) residierte.

Nach dem Aussterben der Oschgen Seitenlinie verblieb das Dorf bis zum Anfang des 19. Jahrhundert Eigen der Freiherren Schönau-Wehr. Die über vierhundertjährige Zugehörigkeit
Zur Grundherrschaft Wehr spiegelt sich im Wappen der Gemeinde wider, welches untereiner grünen Tanne zwei der drei Schönauer ,,Ringe“ zeigt.

Nur wenige Schriftstücke lassen die Entwicklung des Dorfes durch die Jahrhunde erkennen. Die Inkorporation der Pfarrei in des Stift, welche die Aufhebung der rechtlichen Eigenständigkeit und den Verlust der Kircheneinkünfte (verschiedener Zehnte) zur Folge hatte, macht die sinkende Bedeutung des Ortes bereits im 14. Jahrhundert sichtbar. 1664 erhielt die Obersäckinger Kirche eine neue Glocke, zu deren Anschaffung Werner Kirchhofer aus Säckingen 18 Pfund Eisen beisteuerte. Verfahren um verweigerte Honigzehnte, Unstimmigkeiten um Grenzverläufe und sonstige Streitfälle zwischenmenschlichen Daseins sind dank ihrer rechtlichen Beweiskraft der Nachwelt überliefert worden.

Steuerlisten vom Anfang des 19. Jahrhunderts vermitteln eine Vorstellung der Größe des damaligen Ortes. 1812 umfasste Obersäckingen 64 selbstständige Haushaltungen, welche zumeist als kleinbäuerlich Betriebe ausgewiesen sind. Lediglich 11 Anwesen wurden als bäuerlich Großbetriebe geführt. Steigenden Einwohnerzahlen (1812 Einwohner: 330; 1836: 430 Einwohner) stand eine rasche Abnahme der bäuerlichen Betriebe als Folge des industriellen Aufschwungs der städtischen Schwertergemeinde gegenüber.

Zum wichtigsten Ereignis des vorigen Jahrhundert wurde für die Gemeinde der Bau der neuen Pfarrkirche. Das alte Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert zahlreiche Stürme und Verwüstungen überstanden, obwohl das Damenstift Säckingen nicht immer seine Bau und Unterhaltspflichten erfüllt hatte. Bis auf den gotischen Chor, der im 15. Jahrhundert (1490) an Stelle einer wohl runden Apsis errichtet worden war, trug man das brüchige Langhaus ab. An beherrschender Stelle über dem Ort, parallel zum Rheintal ausgerichtet, konnte nach heftigen Kämpfen mit der badischen Bezirkbürokratie 1863 die neue Kirche fertiggestellt werden. In dem Großherzog. Baudirektor Heinrich Hübsch, dem Schüler des Berühmten Baumeisters Weinbrenner, hatte Obersäckingen den besten Kirchenarchitekten des Landes gewonnen. Sein Spätwerk gilt als eine der besten Kirchenbauten im 19. Jahrhundert am Hochrhein.

Zur Zeit der Fertigstellung der Kirche fand sich, vermutlich zur feierlichen Gestaltung des Kirchenweihtages, eine Grippe musikbegeisterter Bürger zusammen, welche den Grundstein der nunmehr 130jahrigen Geschichte des Musikvereins Obersäckingen legten.

Der zunehmenden räumlichen und wirtschaftlichen Verflechtung der Gemeinde mit der Stadt Säckingen folgte 1935 auch die politische und verwaltungstechnische Angliederung. Seitdem trägt die ältere der Säckinger Siedlungen die Geschichte der nun gemeinsamen Stadt mit, ohne auf ihren gewachsene lokale Eigenart zu verzichten. Heute wohnen in Obersäckingen 2.000 Bürger.

Wallbach

Nur 3 km vom Stadtkern Bad Säckingen entfernt liegt der Ortsteil Wallbach. Die schöne Lage am Rhein (290 m ü.M.) und der dörfliche Charakter prägen das Ortsbild. Der einwohnerreichste Stadtteil (1.500 Bürger und Bürgerinnen) ist durch eine öffentliche Buslinie an die Kernstadt angebunden.

Wallbach ist ein sehr altes Rheindorf, zu dessen Entstehung wohl die Furt beigetragen hat, die hier über den Rhein führte und die bei niedrigem Wasserstand leicht passierbar war. Siedlungsgeschichtlich besteht eine enge Verbindung mit dem gegenüberliegenden schweizerischen Dorf gleichen Namens, die bis in die Gegenwart durch rege gegenseitige Beziehungen und familiäre Verwandtschaft lebendig geblieben ist.

Wallbach gehörte früher zur Grafschaft Wehr, deren Übergang an Habsburg 1273 auch hier die österreichische Landeshoheit einführte. 1283 wird der Ort erstmals als „Walabuck“ erwähnt. Innerhalb der Grafschaft gehörte es zum engeren Herrschaftsbereich der Burg Schwörstadt. Diese ging um 1350 an Rudolf von Schönau über, der 1365 auch die Grafschaft Wehr als Pfandlehen von Österreich erwarb. 5 Jahrhunderte lang waren die Herren von Schönau auch Herren zu Wallbach und besaßen hier die niedere Gerichtsbarkeit und als österreichisches Lehen auch das Hochgericht. Seit der Schönauischen Erbteilung von 1628 gehörte Wallbach als Teil der Herrschaft Schwörstadt zur Linie Schönau-Schwörstadt. Das Dorf stand in enger Verbindung zu Öflingen, mit dem es eine eigene Vogtei bildete. Beide Orte hatten dasselbe Ortsgericht. Wallbach hatte jedoch schon im 17. Jahrhundert einen eigenen Stabhalter, und seit etwa 1700 traten auch Geschworene auf. Eine genaue Fixierung der Banngrenzen zwischen Öflingen und Wallbach erfolgte 1695 durch eine Steinsetzung, jedoch blieb das Gelände zwischen beiden Gemeinden noch gemeinsames Weidegebiet.

Neben den Schönauern traten in Wallbach noch das Kloster Säckingen und das Kloster Klingental zu Basel als Inhaber von Gütern und Zinsrechten auf. Der Säckinger Besitz geht in die früheste Zeit des Klosters zurück. Klingental erhielt seine Güter durch Walther von Klingen im Jahre 1256, der damals Inhaber der Grafschaft Wehr war.

Neben der Landwirtschaft, die vor allem dal Ackerbau betrieben wird, war in früheren Jahrhunderten die Schifffahrt, Flößerei und Fischerei auf dem Rhein eine wichtige Erwerbsquelle der Wallbacher Bevölkerung. Die Wallbacher stellten einen bedeutenden Anteil an der „Rheingenossenschaft“, die das alleinige Schifffahrts- und Fischereirecht auf dem Strom zwischen Säckingen und Basel besaß. Noch 1863 wohnten 57 Schiffer und Flößer in Wallbach, die Mitglieder der Rheingenossenschaft waren. Um diese Zeit erlebte die Flößerei ihre Hochblüte, ging aber um die Jahrhundertwende infolge des Baus der Kraftwerke ein. 1911 wurden die alten Fischereirechte abgelöst.

Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges wurden in Wallbach die Gartenstrasse und die Bündtenfeldstrasse als neue Strassen angelegt und ausgebaut. 1960 wurden der Schulhauserweiterungsbau sowie der Umbau des Rathauses durchgeführt. 1972 wurde Wallbach eingemeindet.

Rippolingen

Rippolingen liegt als südlicher Randort des Hotzenwaldes über dem gegen Obersäckingen abfallenden Berghang 557m ü. d. M. und zählte 1962 nur 267 Einwohner, 1972 schon 374 Einwohner und heute sind es über 850 Einwohner (2008)

Rippolingen wurde schon sehr früh, bald nach der Besitznahme des Rheintals durch die Alemannen, vom Rhein her besiedelt. 1372 wird „Rippolingen“ erstmals urkundlich genannt.

Schon in frühester Zeit lag das Dorf im engeren Gebiet der Grundherrschaft des Klosters Säckingen, was auf einen ganz alten Klosterbesitz schließen lässt. Im Mittelalter war es Eigengut des Bruderhofs, der aus dem einstigen Mönchskloster in Säckingen hervorgegangen ist. Der Bruderhof stand unter der Oberhoheit der Äbtissin und wurde später mit dem Stift vereinigt. Zu Rippolingen war der Bruderhof Inhaber der niederen Gerichtsbarkeit. Es war die einzige Niedergerichtsherrschaft, die der Bruderhof besaß. Noch 1372 war er Inhaber des Dorfgerichts. Die Gerichtsbarkeit wurde aber schon um diese Zeit von den Herren von Schönau ausgeübt, wahrscheinlich im Namen des Bruderhofs aufgrund ihres Amtes als Meier des Stiftes.

Im gleichen Jahre (1372) verkaufte der Meister des Bruderhofs das sogenannte Heimbulsgut zu Rippolingen.
Im Dorf stand ein größerer Hof, der früher Verwaltungsmittelpunkt der Bruderhofgüter hier war und die Bedeutung eines Meierhofes hatte. Er hieß ,,der München Hof“ ( = Hof der Mönche), was auf seine Zugehörigkeit zum alten Säckinger Männerkloster hinweist. Die Zinseinnahmen, die der Bruderhof in Rippolingen bezog, bestanden hauptsächlich in Hafer. Außerdem hatte die Bauern einen Frondienst zu leisten, indem sie jährlich 2 Fuder Brennholz an den Bruderhof abzuführen hatten.

Als 1448 der Bauernhof dem Stift Säckingen inkorporiert wurde, ging auch die Dorfherrschaft über Rippolingen an den Stift über. 1477 verkaufte Äbtissin Angen von Sulz und das Kapitel das Dorf mitsamt dem Mönchhof daselbst an Jakob von Schönau. Bei der Schönauischen Erbteilung im Jahre 1628 fiel das Dorf Rippolingen mit allen Rechten als Eigengut an Ott- Öschgen, die im Schloss Säckingen residierte. Nach dem aussterben dieser Linie Ende des 18 Jahrhunderts fiel Rippolingen an die Herrschaft Schönau-Wehr.

Wie aus alten Zinnsleistungen ersichtlich, hat Rippolingen eine beachtliche Erzeugung gehabt. Vor allem Hafer wurde Früher viel angebaut.

Im 19. Jahrhundert wurde in Rippolingen die Hausindustrie heimisch, und 1859 gab es 11Bandweber, 3 Leinenweber und 2 Baumwollweber im Ort. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts starb die Hausindustrie wieder aus. Neben der landwirtschaftlichen Tätigkeit fand seit dieser Zeit ein ansehnlicher Teil der Bevölkerung Arbeit in den Fabriken des Rheintales.

Im ersten Weltkrieg (1914 - 1918) hatte Rippolingen 6 Gefallene und 3 Vermisste zu beklagen.

Harpolingen

Der Ort liegt nordöstlich von Bad Säckingen, oberhalb des Nachbarortes Murg. In der Nähe von Harpolingen steht das alte Wieladinger Schloss, eine mittelalterliche Burg. Urkundlich erscheint Harpolingen erstmals im Jahr 1281 und wurde 1973 eingemeindet.

Auf der Hochfläche über dem zwischen Murg und Säckingen steil zum Rhein abfallenden Südhang des Hotzenwaldes liegt Harpolingen in 484m Höhe ü. d. M. Die Gemeinde, die 365 Einwohner (1962) zählt, bietet das Bild eines aufgelockerten Wegedorfes mit einzelstehenden Häusern. Zur Gemeinde Harpolingen gehört auch die im Murgtal unter der Ruine Wieladingen liegende Lochmühle.

Die Entstehung der Siedlung Harpolingen fällt noch in die Zeit der ersten alemannischen Ansiedlung, die hier vom Rhein herauf de südlichsten und verhältnismäßig leicht zugänglichen Randgebiete des Hotzenwaldes erschloss.

1281 wird der Ort erstmals als „Hartpolingen“ erwähnt. Um diese Zeit tritt in Urkunden der Name eines Geschlechts „von Harpolingen“ auf. 1328 ist ein Johann von Harpolingen Bürger zu Säckingen. Das Geschlecht erscheint noch 1402 mit Ulrich und Niklaus von Harpolingen als Bürger dieser Stadt.

Harpolingen lag im engeren Gebiet der klösterlichen Grundherrschaft des Stiftes Säckingen. Als Meier des Klosters hatten die Herren von Wieladingen auch Besitzrechte im Dorf. 1308 verkauften Ulrich und Rudolf von Wieladingen Zinsen zu Harpolingen. 1351 schenkte Johann Wibel, Bürger zu Säckingen, dem Leutpriester Burckart zu Schwörstadt Einkünfte zu Harpolingen, und 1405 kaufte die Säckinger Bürgerin Margareta von Harpolingen Zinsen im Dorf. Beide Zinsgüter gingen dann durch Vergabung an die St. Niklauskaplanei beim Stift Säckingen über.

Das Kloster Säckingen besaß auch die eigentliche Grundhoheit im Dorf. Innerhalb der Gebietsgliederung der Säckinger Grundherrschaft gehörte Harpolingen zum Dinghof Murg. Da die niedergerichtliche Hoheit über den Dinghof Murg den Inhabern des kleinen Meieramts zustand, waren bis 1376 die Herren von Wieladingen Gerichtsherren des Ortes.

Mit dem Rücklauf des Meieramts im gleichen Jahr ging die niedergerichtliche Hoheit direkt an das Stift Säckingen über. Die zuständige Gerichtsstätte und der Verwaltungshof für die klösterlichen Einkünfte blieb bis zum 18.Jahrhundert der Dinghof in Murg. Im Jurisdiktionsvertrag von 1782 zwischen Österreich und dem Stift Säckingen wurde die Gerichtshoheit des Klosters über Harpolingen erneut bestätigt. Sie blieb bestehen bis zur Auflösung des Stifts im Jahre 1806.
Die österreichische Landeshoheit über das Dorf gründete sich auf die Kastvogtei über das Kloster Säckingen, welche die Habsburger im Jahre 1173 erwarben und die Grundlage bot zum Ausbau der habsburgischen Territorialhoheit über das grundherrschaftliche Gebiet des Stiftes Säckingen. Harpolingen gehörte innerhalb der vorderösterreichischen Verwaltung zur Grafschaft Hauenstein, und zwar zur Eignung Murg. 1806 wurde Harpolingen badisch und dem Amtsbezirk Säckingen unterstellt.

Am Pfingstsamstag des Jahres 1913 brach ein größerer Brand aus, bei dem sechs Familien obdachlos wurden.
Aus dem ersten Weltkrieg kehrten 10 Harpolinger Väter und Söhne nicht in die Heimat zurück. Im Zweiten Weltkrieg hatte Harpolingen 21 Gefallene und 1 Vermissten zu beklagen.
Für die Gefallenen beider Kriege wurde 1950 ein würdiges Ehrenmal errichtet.

Die Ortswasserversorgung wurde 1955 geschaffen und 1957 folgte der Ausbau des Wirtschaftsweges zum Murgtal.

Ein stattliches Gemeindehaus mit großem Festsaal und Bühne, vier Diensträumen für die Gemeindeverwaltung und ein Probesaal für die Vereine wurde 1960 erbaut.

Stadt Bad Säckingen
Amt für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Kultur
Waldshuter Str. 20
79713 Bad Säckingen
Tel.: +49 (0) 7761-5683-0
Fax: +49 (0) 7761-5683-17
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Letzte Änderung: 13.05.2014 / 12:51 Uhr
Ausgedruckt am 15.11.2018 / 17:33